27. Juni 2008
Accra Ghana

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Wer |
Stefan |
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Wo |
Accra, Ghana …mehr |
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Wann |
Februar/März 2006 |
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Warum |
medizinisches Praktikum |
Wer ist eigentlich Oburni? Und warum rufen es einem so viele Kinder zu? Das dachte ich mir die ersten Tage in Ghana als ich vom Flughafen zur Unterkunft und durch die Straßen in der Umgebung geschlendert bin. Oburni ist Tschi und heißt schlicht „Weißer“ und damit willkommen zum kurzen Bericht über einen spannenden Ghana-Trip.
Dies war aber eher nicht rassistisch aufzufassen, denn es waren meist Kinder, die es als Spaß oder Annäherungsversuch ansahen und wenn man sich von der Stadt in Richtung dörflicher Region entfernt, war es schlichtweg Erstaunen, weil die Kinder dort noch nie einen Weißen gesehen haben. Das ist auch der Eindruck, das beherrschende Gefühl der ersten Tage, dass man immer aus der Masse heraussticht, dass man immer der etwas andere ist. Ich bin dann nach ein weinig Recherche dazu übergegangen, Obibini („Schwarzer“) zurückzurufen, worauf die Kinder meistens weggelaufen sind, kurz nachdem ihre Augen zu verstehen gegeben haben: „Oh mein Gott, woher kennt dieses Alien unsere Sprache“. Und alles lief wie in der gesamten Zeit meines Aufenthaltes fernab von Rassismus ab.
Nach meiner Ankunft habe ich etwa 4 Wochen im Krankenhaus von Accra in der Chirurgie gearbeitet. Wie erwartet, sind die Mittel sehr einfach, das diognostische Procedere sehr begrenzt und zudem auch sehr langsam. Die Ärzte selbst sind allerdings sehr gut ausgibildet, haben meist in England studiert und zeigen eine unglaubliche Freude, ihre Studenten weiterzubilden und zu fordern wie ich es zuvor noch nie erlebt habe (Rückblickend muss ich sagen, dass dies im anglo-amerikanischen Raum einfach so üblich und nur in Deutschland sehr rudimentär ausgeprägt ist). Da es auch keine Krankenversicherung gibt, sieht man zum Teil sehr fortgeschrittene Krankheitsbilder, Angehörige sofern Vorhanden bringen Mahlzeiten auf die Station, und viele Patienten erzählen einem, wie sie sich das Geld für die Behandlung bei unzähligen Leuten leihen müssen. Zum Glück ist wenigstes die HIV-Durchseuchung nicht so erschreckend wie in anderen Zentral-und Ostafrikanischen Ländern.
Generell hat man den Eindruck, dass neben der offensichtlichen Armut hier echte Strukturen entstehen, dass es die Menschen hier und da wirklich schaffen, ihre persönliche Situation zu verbessern und dass es so eine ernsthafte Perspektive für das gesamte Land geben könnte.
Nach der Arbeit im Krankenhaus und zahlreichen Wochenendtrips entlang der Gold-Coast bin ich noch 2 Wochen ins Landesinnere gezogen. Mit der Fähre ging es mehrere Tage auf dem flächenmäßig größten Stausee der Welt, dem Volta-Lake, gen Norden und danach mit zweifelhaften Fortbewegungsmitteln auf staubigen Pisten Richtung Nationalparks und Wildlife. Sehr anstrengend, aber das ist sicher die beste Art zu Reisen. Denn erst, wenn man sich durchfragen muss, nicht weiß, wo man schlafen soll oder das nächste Ziel erreichen soll, kommt man zwangsläufig mit den Einheimischen in Kontakt. Und obwohl man offensichtlich aus der ersten Welt kommt, wird einem fast ausnahmslos geholfen, der Weg gezeigt, meist wird man sogar persönlich begleitet und obwohl man oft finanzielle Absichten vermutet, ist es meist nur die pure Freundlichkeit.



